Kategorie: Aktuelles

“… damit humane Grenzen nicht en passant überschritten werden”: Moraltheologie und Ethik im Zeitalter der Digitalisierung

“… damit humane Grenzen nicht en passant überschritten werden”: Moraltheologie und Ethik im Zeitalter der Digitalisierung

Wenn Roboter zur Pflegefachkraft und Apps zum digitalen Seelentröster werden, dann hat die christliche Theologie doch sicherlich etwas dazu zu sagen? Richtig. Nur was? Ende Februar tagte zu dieser Frage im Vatikan die Jahreshauptversammlung der Päpstlichen Akademie des Lebens. Unter dem Titel “Roboethik. Menschen, Maschinen und Gesundheit” berieten Kirchenvertreter sowie internationale Wissenschaftler darüber, welche Auswirkungen der Einsatz künstlicher Intelligenzen auf das menschliche Leben habe und welche ethischen Fragen damit verknüpft seien. Für THEOLOGIE AKTUELL hat Prof. Dr. Josef Römelt, Moraltheologe an der Universität Erfurt, darüber nachgedacht, welche Facetten künstlicher Intelligenz für die Moraltheologie künftig besonders relevant sein werden.

War Jesus ein Asket? Fasten und Enthaltsamkeit auf dem Weg der Nachfolge Jesu Christi

War Jesus ein Asket? Fasten und Enthaltsamkeit auf dem Weg der Nachfolge Jesu Christi

Mit bunten Farben und lautem Getöse tobt die fünfte Jahreszeit derzeit durch unsere Straßen. Doch für Angehörige der katholischen Kirche bedeutet das närrische Treiben weiter mehr als Ausgelassenheit: Mit dem heutigen Aschermittwoch beginnt für sie die Fastenzeit. Verzicht und Entbehrung sollen ein Leben nach dem Vorbild Jesus Christus fördern. Doch wie enthaltsam und arm lebte dieser eigentlich selbst? Unser Neutestamentler Prof. Dr. Dr. Thomas Johann Bauer wirft für THEOLOGIE AKTUELL einen Blick auf den historischen Jesus von Nazaret und hinterfragt, inwieweit seine Lehre als asketische Ethik betrachtet werden kann.

Arme Geschichte! Gedanken über “Vogelschiss” und Erinnerungskultur im Dienst politischer Stimmungsmache

Arme Geschichte! Gedanken über “Vogelschiss” und Erinnerungskultur im Dienst politischer Stimmungsmache

Die AfD und die Bewältigung deutscher NS-Geschichte – beides in Einklang zu bringen scheint schwierig. Erst jüngst haben Abgeordnete der “Alternative für Deutschland” bei einer Gedenkveranstaltung für Opfer des NS-Terrors den Bayrischen Landtag verlassen, nachdem Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, erklärte, die Partei stehe für sie „nicht auf dem Boden unserer demokratischen Verfassung “. Damit reißen neuerlich Wunden auf, die der Parteivorsitzende Alexander Gauland im vergangenen Sommer mit seinem Kommentar, Hitler und die Nazis seien „nur ein Vogelschiss in der deutschen Geschichte“, geschlagen hatte. Unseren Kirchenhistoriker, Prof. Dr. Jörg Seiler, beschäftigt diese Bemerkung bis heute intensiv. Im Folgenden erläutert er, wieso.

“Wir müssen Haltung zeigen”: Neue Veranstaltungsreihe “Theologie im Gespräch” erfolgreich im Erfurter Rathaus gestartet

“Wir müssen Haltung zeigen”: Neue Veranstaltungsreihe “Theologie im Gespräch” erfolgreich im Erfurter Rathaus gestartet

Am vergangenen Mittwoch haben die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Erfurt und das Katholische Forum im Land Thüringen gemeinsam ihre neue Veranstaltungsreihe “Theologie im Gespräch” im Erfurter Rathaus eröffnet. Über 120 Gäste waren im Festsaal erschienen, um mit Vertreterinnen und Vertretern aus Bundes- und Landespolitik über aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklungen zu diskutieren.

Ein “Orientierungsmaßstab”: Politikempfehlungen der christlichen Sozialethik

Ein “Orientierungsmaßstab”: Politikempfehlungen der christlichen Sozialethik

Im November 2018 laden die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Erfurt und das Katholische Forum im Land Thüringen erstmals zu ihrer neuen Veranstaltungsreihe “Theologie im Gespräch” ein. Am Vorabend des Wahljahres 2019 wollen Theolog*innen, Politiker*innen und Bürger*innen über die Frage “In was für einer Welt wollen wir leben?” ins Gespräch kommen und dabei die Perspektiven einer Gesellschaft im Wandel reflektieren. Für THEOLOGIE AKTUELL hat die Theologin und Diskussionsteilnehmerin Prof. Dr. Elke Mack bereits vorab festgehalten, welche sozialethischen Anforderungen sie an politische Akteur*innen und ihre Parteien stellt.

“Kirche braucht ein echtes und aufrechtes mea culpa” – Machtmissbrauch und Reformbedarf in der katholischen Kirche

“Kirche braucht ein echtes und aufrechtes mea culpa” – Machtmissbrauch und Reformbedarf in der katholischen Kirche

„Um uns ist und wird es dunkel, und Finsternis bedeckt die Erde“, befindet Prof. Dr. Dr. Thomas Johann Bauer, Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt, über die aktuelle weltpolitische Lage. In seiner Ansprache anlässlich der Eröffnung des neuen Wintersemesters wandte sich Bauer insbesondere an alle Studienanfängerinnen und -anfänger. Er formulierte die Hoffnung, sie mögen zu „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wahrheit werden und zu mutigen Streiterinnen und Streitern mitten in der Finsternis des Irrtums und der Lüge.“ Bauer verwies dabei sowohl auf politischer als auch auf kirchlicher Bühne auf Strukturverfall und akuten Reformbedarf.

“Jeder kann in eine Notlage geraten” – Plädoyer für die Widerspruchsregelung bei Organspenden

“Jeder kann in eine Notlage geraten” – Plädoyer für die Widerspruchsregelung bei Organspenden

Die Deutschen spenden nur zögerlich ihre Organe. Von einer Million stellen sich hierzulande nur knapp 10 Menschen der Medizin zur Verfügung – zu wenige für die 10.000 Patient*innen auf den Wartelisten. Dem will Gesundheitsminister Jens Spahn mit seinem Entwurf zur Widerspruchslösung entgegenwirken. Die Deutsche Bischofskonferenz sowie das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken kritisieren die Idee. Adrian Magnucki, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Sozialethik an der Universität Erfurt und selbst Organempfänger, plädiert für den Vorschlag. Nur so ließen sich die Potentiale der Organspende optimal nutzen.

“Das Volk Gottes nicht ausstechen” – wider den Klerikalismus in der Liturgie

“Das Volk Gottes nicht ausstechen” – wider den Klerikalismus in der Liturgie

Nicht erst seit gestern befindet sich die Katholische Kirche in einer bedrohlichen Glaubwürdigkeitskrise. Die MHG-Studie, die das Ausmaß sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Kleriker mit schockierenden Zahlen dargelegt hat, befeuert dieses Misstrauen weiter. Doch es geht nicht nur um einzelne “schwarze Schafe”. Tiefgreifende Strukturen fördern den Machtmissbrauch, befindet unser Liturgiewissenschaftler Prof. Dr. Benedikt Kranemann. Er kritisiert den “Klerikalismus” und fordert die Liturgie als freien Raum für alle Gläubigen zurück.