Kategorie: Aktuelles

Über das Ziel hinausgeschossen:  Prof. Dr. Josef Römelt über das BGH-Urteil zur Sterbehilfe

Über das Ziel hinausgeschossen: Prof. Dr. Josef Römelt über das BGH-Urteil zur Sterbehilfe

“Die Risiken, dass die Sterbehilfe zum Feld von geschäftsmäßigem Profit, von Erlösungsfantasien und fremd bestimmender Kalküle aus der Umwelt der Patient*innen wird, sind real”, warnt Prof. Dr. Josef Römelt. Gerade im Sterben sei der Mensch aufgrund seiner Verletzlichkeit auf Schutz und Fürsorge angewiesen. Für THEOLOGIE AKTUELL kommentiert der Moraltheologe der Universität Erfurt das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zum Sterbehilfe-Paragraphen § 217 und dessen Folgen.

Synodaler Weg: “Kein System heilt sich von selbst” – Prof. Dr. Julia Knop über kirchliche Autorität und die erste Synodalvollversammlung

Synodaler Weg: “Kein System heilt sich von selbst” – Prof. Dr. Julia Knop über kirchliche Autorität und die erste Synodalvollversammlung

Bereits die erste Vollversammlung des Synodalen Weges habe “eine Erfahrung von Partizipation ermöglicht”, urteilt Prof. Dr. Julia Knop. Gemeint ist damit allem voran die Teilhabe “ganz normaler Gläubiger” am kirchlichen Diskurs sowie die Berücksichtigung von Expert*innenmeinungen – auch aus Reihen jenseits des Klerikerstandes. Ihre Stimmen sollen in einer Reform der katholischen Kirche künftig mehr Gehör finden. Die Synodalversammlung, die vom 30. Januar bis 1. Februar erstmals in Frankfurt am Main zusammenfand, habe die “formale Reduktion kirchlicher Autorität auf Amtsträger […] eines Besseren belehrt”, so Knop. Für THEOLOGIE AKTUELL erörtert die Dogmatikerin der Uni Erfurt, die selbst am Synodalen Weg beteiligt ist, Struktur und Ablauf der ersten Versammlung und resümiert über aktuelle Stimmungsbilder unter Klerikern sowie Katholikinnen und Katholiken.

“Man wird sich über die institutionelle Gestalt der Theologie verstärkt Gedanken machen müssen”

“Man wird sich über die institutionelle Gestalt der Theologie verstärkt Gedanken machen müssen”

“Das Verhältnis zur Kirche, das für die Theologie immer präsent ist, wird sich weiter verändern”, prophezeit Prof. Dr. Benedikt Kranemann. Sie solle durchaus kirchenbezogen arbeiten, sich dadurch aber nicht konfessionell einengen lassen. THEOLOGIE AKTUELL sprach mit dem Liturgiewissenschaftler, der am 13. Dezember 2019 seinen 60. Geburtstag feierte, über die Entwicklung der Theologie in den vergangenen 40 Jahren sowie über anstehende Herausforderungen. Zu einem Festakt anlässlich des Geburtstages von Prof. Kranemann laden die Mitarbeiter der Professur für Liturgiewissenschaft an der Universität Erfurt am 17. Januar ein.

Zehn Jahre Theologisches Forschungskolleg an der Uni Erfurt

Zehn Jahre Theologisches Forschungskolleg an der Uni Erfurt

Heute vor zehn Jahren – am 27./28. November 2009 – fand an der Universität Erfurt eine Tagung statt, mit der das Theologische Forschungskolleg aus der Taufe gehoben wurde. Im Interview mit “WortMelder”, dem Blog der Universität Erfurt, sprach der Initiator des Kollegs, Prof. Dr. Benedikt Kranemann, über dessen Vergangenheit und Zukunft. In einem Festvortrag anlässlich des Jubiläums wird Prof. Dr. Saskia Wendel am Donnerstag, 28. November, außerdem über “Signaturen künftiger Theologie” sprechen.

“Als theologische Fakultät ist uns das nicht egal” – Prof. Dr. Jörg Seiler ruft zum Widerstand gegen “Demagogie und faschistoide Denkweise” auf

“Als theologische Fakultät ist uns das nicht egal” – Prof. Dr. Jörg Seiler ruft zum Widerstand gegen “Demagogie und faschistoide Denkweise” auf

Am 15. November – nur wenige Tage nach dem 30. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer – feierte die Katholisch-Theologische Fakultät zusammen mit dem Priesterseminar ihr Patronatsfest „Albertus Magnus“. In seinem Grußwort erinnerte der Dekan der Fakultät, Prof. Dr. Jörg Seiler, an „mutige und starke Menschen [die sich] in der Friedlichen Revolution […] in die europäische und Weltgeschichte eingeschrieben“ hatten. Im Kontext aktueller politischer Stimmungen rief er weiterhin zum Widerstand gegen “Demagogie und faschistoide Denkweise” auf. Den entsprechenden Auszug aus seinem Grußwort können Sie hier im Wortlaut nachlesen (inkl. Video).

“Mein Herz ist mit Erfurt verbunden” – Tomáš Halík erhält Bundesverdienstkreuz

“Mein Herz ist mit Erfurt verbunden” – Tomáš Halík erhält Bundesverdienstkreuz

Dem tschechischen Theologen Prof. Dr. Tomáš Halík ist am 21. Oktober in der deutschen Botschaft in Prag das Bundesverdienstkreuz erster Klasse verliehen worden. Halík hatte 1978 in Erfurt die geheime Priesterweihe empfangen. Seit 2014 ist er außerdem Ehrendoktor der Universität Erfurt. Für “Theologie Aktuell” erinnert sich Prof. Dr. Michael Gabel an einen außergewöhnlichen Theologen sowie dessen Verbundenheit mit Erfurt.

Prof. Dr. Jörg Seiler ist neuer Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät

Prof. Dr. Jörg Seiler ist neuer Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät

Im Fakultätsrat vom 1. Oktober wurde Prof. Dr. Jörg Seiler zum neuen Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt gewählt. Am Mittwoch erfolgte nun die offizielle Ernennung durch das Präsidium der Universität. Der Kirchenhistoriker übernimmt das Amt von Prof. Dr. Dr. Thomas Johann Bauer, der der Fakultät seit 2017 vorstand. Für “Theologie Aktuell” legt er dar, welche Themen und Ziele ihm als neuen Dekan wichtig sind.

Vereinigung der Arbeitsgemeinschaften für Katholische Theologie: Erklärung angesichts des Überfalls auf die Synagoge in Halle

Vereinigung der Arbeitsgemeinschaften für Katholische Theologie: Erklärung angesichts des Überfalls auf die Synagoge in Halle

Die Vereinigung der Arbeitsgemeinschaften für Katholische Theologie hat Stellung zum Überfall auf eine Synagoge in Halle am 9. Oktober bezogen. Professorinnen und Professoren der katholischen Theologie sehen sich demnach in der Verantwortung “antijüdische Denkmuster […] aufzudecken und zu widerlegen.” Die vollständige Erklärung der Vereinigung, der Prof. Dr. Norbert Clemens Baumgart als stellvertretender Vorsitzender angehört, lesen Sie hier.

“Viele sprachen vielleicht das erste Mal in ihrem Leben ein Vaterunser”: Die Bedeutung der Friedensgebete für die Friedliche Revolution 1989

“Viele sprachen vielleicht das erste Mal in ihrem Leben ein Vaterunser”: Die Bedeutung der Friedensgebete für die Friedliche Revolution 1989

Heute vor 30 Jahren gingen mehr als 70.000 Menschen in Leipzig auf die Straße, um gegen die SED-Diktatur im “Arbeiter-und-Bauern-Staat” zu protestieren. Die Geschichte der sogenannten „Montagsdemonstrationen“ ist dabei untrennbar mit den “Friedensgebeten” verbunden, die bereits seit den frühen 1980er-Jahren in der Leipziger Nikolaikirche stattfanden. Tausende Menschen nahmen an ihnen teil – viele davon keine Christinnen und Christen. Doch warum? Was sprach Menschen ohne jegliches religiöse Bekenntnis an dem Konzept der Friedensgebete an? Wie wurden sie gestaltet, um auch kirchenfernen Menschen die Teilhabe zu ermöglichen? Und welche Rolle haben damit die christlichen Kirchen in der Friedlichen Revolution insgesamt gespielt? Darüber schreibt Dr. Martin Fischer, Kirchenhistoriker an der Forschungsstelle für kirchliche Zeitgeschichte an der Universität Erfurt (FKZE), im folgenden Beitrag.

Gemeinschaftlich, örtlich, situativ: Die Statistik der katholischen Kirche provoziert Nachfragen zum Gottesdienst

Gemeinschaftlich, örtlich, situativ: Die Statistik der katholischen Kirche provoziert Nachfragen zum Gottesdienst

Im Durchschnitt haben nicht einmal 10% aller Katholikinnen und Katholiken in Deutschland zuletzt den Gottesdienst am Sonntag besucht. Eine solch geringe Zahl gibt Anlass dazu, über den Charakter liturgischer Feiern neu zu verhandeln, befindet Prof. Dr. Benedikt Kranemann. Für THEOLOGIE AKTUELL kommentiert er, welcher Form der Gottesdienst in einer pluralen Gesellschaft bedarf und wie die Liturgie damit zur Erneuerung der katholischen Kirche beitragen muss.