Kategorie: Aktuelles

Keine Krise der Kirche, sondern eine Krise des Evangeliums – Erich-Kleineidam-Preis 2018 an Jan Loffeld verliehen

Keine Krise der Kirche, sondern eine Krise des Evangeliums – Erich-Kleineidam-Preis 2018 an Jan Loffeld verliehen

Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Erfurt hat den Erich-Kleineidam-Preis 2018 an Prof. Dr. habil. Jan Loffeld verliehen. Der Pastoraltheologe erhielt den Preis für seine Habiliationsschrift “Der nicht notwendige Gott. Die Erlösungsdimension als Krise und Kairos des Christentums inmitten seines säkularen Bedeutungsverlustes”. Die Übergabe der Auszeichnung erfolgte am 2. Juli im Rahmen seiner Habilitationsvorlesung zum Thema “‘Dem Volk auf`s Maul schauen!” (Martin Luther) Heterogenität und Solidarität als wichtige Navigationskoordinaten des ‘synodalen Weges'”.

An Gegenwart und Zukunft mitbauen: Katholisch-Theologische Fakultät gratuliert zu 25 Jahren Bistum Erfurt

An Gegenwart und Zukunft mitbauen: Katholisch-Theologische Fakultät gratuliert zu 25 Jahren Bistum Erfurt

Nicht nur die Universität Erfurt feiert 2019 ihr 25-jähriges Bestehen. Auch das Bistum Erfurt blickt in diesem Jahr auf seine Gründung vor exakt einem Vierteljahrhundert zurück: Am 14. Juni 1994 wurde durch einen Vertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Freistaat Thüringen der rechtliche Grundstein zur Bistumsgründung gelegt. Wenige Wochen darauf, am 8. Juli, folgte die offizielle Erhebung des zuvor Bischöflichen Amtes Erfurt-Meinungen zum Bistum Erfurt durch die Apostolische Konstitution Quo aptius. Prof. Dr. Dr. Thomas Johann Bauer, Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät, gratulierte Bischof Dr. Ulrich Neymeyr zu diesem Anlass kürzlich in einem Glückwunschschreiben.

Gedenken an SED-Unrecht: Wie wurden Christinnen und Christen in der DDR diskriminiert?

Gedenken an SED-Unrecht: Wie wurden Christinnen und Christen in der DDR diskriminiert?

Am heutigen 17. Juni gedenkt Thüringen der Opfer des SED-Unrechts. Damit soll an all jene erinnert werden, die im “Arbeiter-und-Bauern-Staat” unter Repressalien und Diskriminierung zu leiden hatten. Davon betroffen waren auch Christinnen und Christen. Bis heute stellen sie, auch in Folge der kirchenfeindlichen Politik der Sozialistischen Einheitspartei, eine Minderheit in den neuen Bundesländern dar. Wie genau gestaltete sich die Diskriminierung und was tut die Forschung heute dafür, dieses Unrecht aufzuarbeiten? Darüber hat Dr. Martin Fischer, Kirchenhistoriker an der Forschungsstelle für kirchliche Zeitgeschichte an der Universität Erfurt (FKZE), für THEOLOGIE AKTUELL nachgedacht.

“Unser Erfurt, unsere Regeln” – ein Kommentar zum Wahlkampfplakat der AfD

“Unser Erfurt, unsere Regeln” – ein Kommentar zum Wahlkampfplakat der AfD

Am kommenden Sonntag wählen die Thüringer Kommunen ihre Stadt- und Gemeinderäte. Der Wahlkampf dafür läuft auf Hochtouren – mit teils hochproblematischen Botschaften, findet Dr. Martin Fischer, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle für kirchliche Zeitgeschichte Erfurt (FKZE). Seine Aufmerksamkeit hat insbesondere ein Wahlplakat der “Alternative für Deutschland” erregt: Es trägt die Aufschrift “Unser Erfurt, unsere Regeln!” und zeigt eine durchgestrichene Moschee.

“Das Geld muss dienen und nicht regieren!” – Rückblick auf die 5. Erfurter Debatte zu Wirtschaft und Glaube

“Das Geld muss dienen und nicht regieren!” – Rückblick auf die 5. Erfurter Debatte zu Wirtschaft und Glaube

Am 2. Mai folgten knapp 120 Interessierte der Einladung des Politischen Bildungsforums Thüringen der Konrad-Adenauer-Stiftung, sowie des Lehrstuhls für Kirchenrecht der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt und des Bundes Katholischer Unternehmer e.V. zur fünften Auflage der Veranstaltungsreihe “Erfurter Debatte zu Wirtschaft und Glaube”. In diesem Jahr stellten sich die Teilnehmer*innen die Frage, ob aktuelle Finanzwirtschaftssysteme den “Anforderungen von Ethik und Recht” noch genügen.

Sakramente im Kontext: Theologie vor neuen Fragestellungen im 21. Jahrhundert

Sakramente im Kontext: Theologie vor neuen Fragestellungen im 21. Jahrhundert

“Das System Kirche droht zu kollabieren”, urteilten Theologinnen und Theologen kürzlich bei einer Tagung in Prag. Unter dem Titel “Sakramente im Kontext: Die theologischen Disziplinen vor neuen Fragestellungen im 21. Jahrhundert” fanden sich vom 21. bis 24. März Forscherinnen und Forscher aus Deutschland, Tschechien, Slowenien und Polen zusammen, um über die Auswirkungen von Säkularisierungsprozessen sowie jüngster Skandale auf die Kirche und deren Sakramente zu diskutieren. Für THEOLOGIE AKTUELL fassen Prof. Dr. Julia Knop und Prof. Dr. Benedikt Kranemann die Tagung zusammen.

Staffelübergabe in der katholischen Kirche: Von der westlichen Welt zum globalen Süden

Staffelübergabe in der katholischen Kirche: Von der westlichen Welt zum globalen Süden

Mit einer gewissen Selbstgefälligkeit schaut “der Westen” auf seine Bedeutung für die Geschicke dieser Welt. Dass seine Vormachtstellung aber vergänglich ist, zeigt sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel, der derzeit die katholische Kirche erfasst: Während die Zahlen von Katholikinnen und Katholiken in Europa kontinuierlich sinken, wächst die Glaubensgemeinschaft im sogenannten “globalen Süden”. Schon heute ergeben sich für die Ordensgemeinschaften von Männern und Frauen daraus spürbare Konsequenzen. Damit einhergehen neue Verantwortlichkeiten und veränderte Denkmuster, erläutert Prof. Dr. Myriam Wijlens, Kirchenrechtlerin an der Universität Erfurt.

“… damit humane Grenzen nicht en passant überschritten werden”: Moraltheologie und Ethik im Zeitalter der Digitalisierung

“… damit humane Grenzen nicht en passant überschritten werden”: Moraltheologie und Ethik im Zeitalter der Digitalisierung

Wenn Roboter zur Pflegefachkraft und Apps zum digitalen Seelentröster werden, dann hat die christliche Theologie doch sicherlich etwas dazu zu sagen? Richtig. Nur was? Ende Februar tagte zu dieser Frage im Vatikan die Jahreshauptversammlung der Päpstlichen Akademie des Lebens. Unter dem Titel “Roboethik. Menschen, Maschinen und Gesundheit” berieten Kirchenvertreter sowie internationale Wissenschaftler darüber, welche Auswirkungen der Einsatz künstlicher Intelligenzen auf das menschliche Leben habe und welche ethischen Fragen damit verknüpft seien. Für THEOLOGIE AKTUELL hat Prof. Dr. Josef Römelt, Moraltheologe an der Universität Erfurt, darüber nachgedacht, welche Facetten künstlicher Intelligenz für die Moraltheologie künftig besonders relevant sein werden.

War Jesus ein Asket? Fasten und Enthaltsamkeit auf dem Weg der Nachfolge Jesu Christi

War Jesus ein Asket? Fasten und Enthaltsamkeit auf dem Weg der Nachfolge Jesu Christi

Mit bunten Farben und lautem Getöse tobt die fünfte Jahreszeit derzeit durch unsere Straßen. Doch für Angehörige der katholischen Kirche bedeutet das närrische Treiben weiter mehr als Ausgelassenheit: Mit dem heutigen Aschermittwoch beginnt für sie die Fastenzeit. Verzicht und Entbehrung sollen ein Leben nach dem Vorbild Jesus Christus fördern. Doch wie enthaltsam und arm lebte dieser eigentlich selbst? Unser Neutestamentler Prof. Dr. Dr. Thomas Johann Bauer wirft für THEOLOGIE AKTUELL einen Blick auf den historischen Jesus von Nazaret und hinterfragt, inwieweit seine Lehre als asketische Ethik betrachtet werden kann.

Arme Geschichte! Gedanken über “Vogelschiss” und Erinnerungskultur im Dienst politischer Stimmungsmache

Arme Geschichte! Gedanken über “Vogelschiss” und Erinnerungskultur im Dienst politischer Stimmungsmache

Die AfD und die Bewältigung deutscher NS-Geschichte – beides in Einklang zu bringen scheint schwierig. Erst jüngst haben Abgeordnete der “Alternative für Deutschland” bei einer Gedenkveranstaltung für Opfer des NS-Terrors den Bayrischen Landtag verlassen, nachdem Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, erklärte, die Partei stehe für sie „nicht auf dem Boden unserer demokratischen Verfassung “. Damit reißen neuerlich Wunden auf, die der Parteivorsitzende Alexander Gauland im vergangenen Sommer mit seinem Kommentar, Hitler und die Nazis seien „nur ein Vogelschiss in der deutschen Geschichte“, geschlagen hatte. Unseren Kirchenhistoriker, Prof. Dr. Jörg Seiler, beschäftigt diese Bemerkung bis heute intensiv. Im Folgenden erläutert er, wieso.