Kategorie: Forschung und Wissenschaft

Von “Kirche im Aufbruch” nichts zu spüren – Arbeitsgemeinschaft Katholische Dogmatik und Fundamentaltheologie positioniert sich zur Debatte um die Priesterausbildung

Von “Kirche im Aufbruch” nichts zu spüren – Arbeitsgemeinschaft Katholische Dogmatik und Fundamentaltheologie positioniert sich zur Debatte um die Priesterausbildung

Die Arbeitsgemeinschaft Katholische Dogmatik und Fundamentaltheologie hält die DBK-Pläne zur Neugestaltung der Priesterausbildung „nicht zuletzt aus ekklesiologischen Gründen für problematisch.“ Dies äußerten die Forscher*innen jüngst in einer öffentlichen Stellungnahme. Geleitet wird die Arbeitsgemeinschaft von der Erfurter Dogmatikerin Prof. Dr. Julia Knop sowie dem Salzburger Fundamentaltheologen Prof. Dr. Gregor Maria Hoff.

“Mutlose und feige Reförmchen” – Paul M. Zulehner kritisiert Pläne zur Neuausrichtung der Priesterausbildung

“Mutlose und feige Reförmchen” – Paul M. Zulehner kritisiert Pläne zur Neuausrichtung der Priesterausbildung

Eine Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz denkt derzeit laut über die Neugestaltung der Priesterausbildung in Deutschland nach. Infolge der sinkenden Anwärter auf das Priesteramt soll die Ausbildung auf die Standorte München, Münster und Mainz zentriert werden. Doch „gegen den Vorschlag sind schwerwiegende Bedenken vorzubringen“, meint Prof. em. Dr. Dr. Paul M. Zulehner. Auf seinem persönlichen Blog denkt der Ehrendoktor der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt über „feige Reförmchen“ und eine „Kränkung“ des deutschen Ostens nach.

Überlegungen des Dekans zur Qualitätssicherung der Priesterausbildung in Deutschland

Überlegungen des Dekans zur Qualitätssicherung der Priesterausbildung in Deutschland

Die Ausbildung der katholischen Priester in Deutschland steht womöglich vor einschneidenden Veränderungen. Angesichts einer anhaltend geringen Zahl von Kandidaten könnte die Priesterausbildung auf wenige Standorte konzentriert werden. Dies geht aus dem Vorschlag einer Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz hervor, der am Dienstag in Bonn veröffentlicht wurde. Der Dekan der Katholisch-Fakultät der Uni Erfurt äußert sich dazu in einer Stellungnahme.

“Die Heilige Messe ist kein Besitzstand des Priesters” – Prof. Dr. Benedikt Kranemann und Kollegen kritisieren “Geistermessen”

“Die Heilige Messe ist kein Besitzstand des Priesters” – Prof. Dr. Benedikt Kranemann und Kollegen kritisieren “Geistermessen”

Das Coronavirus macht auch vor Kirchentüren keinen Halt. Deutschlandweit müssen Gläubige daher gegenwärtig auf den sonntäglichen Gottesdienst verzichten. Doch hinter den verschlossenen Kirchenportalen finden zuweilen sogenannte “Geistermessen” statt – Messen also, die vom Priester allein gefeiert werden. Das ist aus liturgischer Sicht nicht hinnehmbar, erklärt unser Liturgiewissenschaftler an der Universität Erfurt, Prof. Dr. Benedikt Kranemann, gemeinsam mit Kollegen in einem Gastbeitrag für katholisch.de. Doch die Wissenschaftler sehen in der Krise auch Chancen für “schlummernde Charismen”.

MEHR – Kirchliche Innovation oder Rückschritt in neuem Gewand?

MEHR – Kirchliche Innovation oder Rückschritt in neuem Gewand?

Hip, modern, laut – mit der MEHR-Konferenz zeigt das Augsburger Gebetshaus, dass Kirche im 21. Jahrhundert nicht mehr nur zwischen Altar und harten Kirchenbänke stattfindet. Doch die populäre Großveranstaltung steht vielfach in der Kritik. Auch Dominique-Marcel Kosack, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Dogmatik an der Uni Erfurt, meint: “Die Antwort auf einen Bedeutungsverlust der Kirchen kann nicht sein, den vielfältigen gesellschaftlichen Entwicklungen eine eindeutige, emotional aufgeladene ‘wahre Lehre’ entgegenzustellen.” Und doch: “Ob die überkonfessionellen charismatischen Impulse auf lange Sicht nicht doch revolutionärer sind und eine unerwartete religiöse Pluralität mit sich bringen, steht auf einem anderen Blatt.” Über kirchliches Erneuerungspotential, die vermeintliche Angst einer Weltkirche vor Innovationen und die Verantwortung der Theologie in solchen Veränderungsprozessen, sprach mit ihm “Theologie Aktuell”.

“Die Chance, dass Menschen heute gehört werden, ist sehr viel besser” – Prof. Dr. Myriam Wijlens sieht Fortschritte im Umgang mit Missbrauchsfällen

“Die Chance, dass Menschen heute gehört werden, ist sehr viel besser” – Prof. Dr. Myriam Wijlens sieht Fortschritte im Umgang mit Missbrauchsfällen

Die katholische Kirche habe im Umgang mit Missbrauchsfällen große Fortschritte gemacht, befindet die Erfurter Kirchenrechtlerin Prof. Dr. Myriam Wijlens. Grund dafür sei ein innerkirchlich gewachsenes Bewusstsein für das Problem sowie eine größere Bereitschaft der Opfer, Übergriffe zur Anzeige zu bringen. Im Interview mit vaticannews.de erklärt sie: “Das Recht der Kinder, in einer sicheren Umgebung aufzuwachsen, wird von mehr Menschen wahrgenommen.”

Auftakt einer kirchengeschichtlichen Kooperation zwischen Bochum und Erfurt

Auftakt einer kirchengeschichtlichen Kooperation zwischen Bochum und Erfurt

Die Professuren für Kirchengeschichte an den Universitäten Bochum und Erfurt streben eine engere Zusammenarbeit unter Kirchenhistoriker*innen aus Thüringen und Nordrhein-Westfalen an. Zu diesem Zweck luden die Professuren vom 16.-17. Januar erstmals zu einem gemeinsamen Oberseminar nach Bochum ein, um über aktuelle Forschungsprojekte ins Gespräch zu kommen. Aus dem Seminar berichten für “Theologie Aktuell” Nils Hoffmann und Ringo Müller, wissenschaftliche Mitarbeiter an der Professur für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit an der Uni Erfurt. Das nächste gemeinsame Oberseminar wird vom 25.-26. Juni stattfinden.

Dominique-Marcel Kosack beim Erfurter Science Slam 2019: Im falschen Film?

Dominique-Marcel Kosack beim Erfurter Science Slam 2019: Im falschen Film?

Wie hat sich der typische Verlauf heutiger Biografien gegenüber früheren Generationen verändert und welche Auswirkung hat das auf Religion – und was hat das alles eigentlich mit “Game of Thrones” zu tun? Dieser Frage ging Dominique-Marcel Kosack, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Dogmatik an der Uni Erfurt, beim Erfurter Science Slam am 20. November 2019 nach. Seinen Beitrag unter dem Titel “Im falschen Film?” gibt es ab sofort zum Nachschauen online.

Synodaler Weg: “Kein System heilt sich von selbst” – Prof. Dr. Julia Knop über kirchliche Autorität und die erste Synodalvollversammlung

Synodaler Weg: “Kein System heilt sich von selbst” – Prof. Dr. Julia Knop über kirchliche Autorität und die erste Synodalvollversammlung

Bereits die erste Vollversammlung des Synodalen Weges habe “eine Erfahrung von Partizipation ermöglicht”, urteilt Prof. Dr. Julia Knop. Gemeint ist damit allem voran die Teilhabe “ganz normaler Gläubiger” am kirchlichen Diskurs sowie die Berücksichtigung von Expert*innenmeinungen – auch aus Reihen jenseits des Klerikerstandes. Ihre Stimmen sollen in einer Reform der katholischen Kirche künftig mehr Gehör finden. Die Synodalversammlung, die vom 30. Januar bis 1. Februar erstmals in Frankfurt am Main zusammenfand, habe die “formale Reduktion kirchlicher Autorität auf Amtsträger […] eines Besseren belehrt”, so Knop. Für THEOLOGIE AKTUELL erörtert die Dogmatikerin der Uni Erfurt, die selbst am Synodalen Weg beteiligt ist, Struktur und Ablauf der ersten Versammlung und resümiert über aktuelle Stimmungsbilder unter Klerikern sowie Katholikinnen und Katholiken.

Podcast: “Liturgie und Macht”

Podcast: “Liturgie und Macht”

Begünstigen bestimmte Elemente des Gottesdienstes den Machtmissbrauch in der katholischen Kirche? Prof. Dr. Benedikt Kranemann sieht den Zusammenhang von Machtmissbrauch und Klerikalismus durchaus kritisch. Inwieweit die Liturgie von Machtverhältnissen durchdrungen ist und wo sich im Gottesdienst Gegenakzente setzen lassen – darüber sprach der Liturgiewissenschaftler kürzlich bei einem Vortrag in Erfurt. Seine Überlegungen gibt es zum Nachhören im Podcast “Hörenswertes im Bistum Erfurt”.