Kategorie: Politik und Kultur

“Vertrauen lässt sich nicht verordnen” – Holger Zaborowski über verlorenes Vertrauen in die Politik

“Vertrauen lässt sich nicht verordnen” – Holger Zaborowski über verlorenes Vertrauen in die Politik

In Krisenzeiten ist es wichtiger denn je einander vertrauen zu können, befindet Prof. Dr. Dr. Holger Zaborowski. Doch gerade das Vertrauen in die Politik hat zuletzt für viele Menschen Schaden genommen. Daraus entsteht eine Gefahr für die Demokratie, urteilte der Philosoph der Universität Erfurt kürzlich auf dem Blog der christlichen Guardini Stiftung.

Über das Ziel hinausgeschossen:  Prof. Dr. Josef Römelt über das BGH-Urteil zur Sterbehilfe

Über das Ziel hinausgeschossen: Prof. Dr. Josef Römelt über das BGH-Urteil zur Sterbehilfe

“Die Risiken, dass die Sterbehilfe zum Feld von geschäftsmäßigem Profit, von Erlösungsfantasien und fremd bestimmender Kalküle aus der Umwelt der Patient*innen wird, sind real”, warnt Prof. Dr. Josef Römelt. Gerade im Sterben sei der Mensch aufgrund seiner Verletzlichkeit auf Schutz und Fürsorge angewiesen. Für THEOLOGIE AKTUELL kommentiert der Moraltheologe der Universität Erfurt das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zum Sterbehilfe-Paragraphen § 217 und dessen Folgen.

MEHR – Kirchliche Innovation oder Rückschritt in neuem Gewand?

MEHR – Kirchliche Innovation oder Rückschritt in neuem Gewand?

Hip, modern, laut – mit der MEHR-Konferenz zeigt das Augsburger Gebetshaus, dass Kirche im 21. Jahrhundert nicht mehr nur zwischen Altar und harten Kirchenbänke stattfindet. Doch die populäre Großveranstaltung steht vielfach in der Kritik. Auch Dominique-Marcel Kosack, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Dogmatik an der Uni Erfurt, meint: “Die Antwort auf einen Bedeutungsverlust der Kirchen kann nicht sein, den vielfältigen gesellschaftlichen Entwicklungen eine eindeutige, emotional aufgeladene ‘wahre Lehre’ entgegenzustellen.” Und doch: “Ob die überkonfessionellen charismatischen Impulse auf lange Sicht nicht doch revolutionärer sind und eine unerwartete religiöse Pluralität mit sich bringen, steht auf einem anderen Blatt.” Über kirchliches Erneuerungspotential, die vermeintliche Angst einer Weltkirche vor Innovationen und die Verantwortung der Theologie in solchen Veränderungsprozessen, sprach mit ihm “Theologie Aktuell”.

“Die Chance, dass Menschen heute gehört werden, ist sehr viel besser” – Prof. Dr. Myriam Wijlens sieht Fortschritte im Umgang mit Missbrauchsfällen

“Die Chance, dass Menschen heute gehört werden, ist sehr viel besser” – Prof. Dr. Myriam Wijlens sieht Fortschritte im Umgang mit Missbrauchsfällen

Die katholische Kirche habe im Umgang mit Missbrauchsfällen große Fortschritte gemacht, befindet die Erfurter Kirchenrechtlerin Prof. Dr. Myriam Wijlens. Grund dafür sei ein innerkirchlich gewachsenes Bewusstsein für das Problem sowie eine größere Bereitschaft der Opfer, Übergriffe zur Anzeige zu bringen. Im Interview mit vaticannews.de erklärt sie: “Das Recht der Kinder, in einer sicheren Umgebung aufzuwachsen, wird von mehr Menschen wahrgenommen.”

“Als theologische Fakultät ist uns das nicht egal” – Prof. Dr. Jörg Seiler ruft zum Widerstand gegen “Demagogie und faschistoide Denkweise” auf

“Als theologische Fakultät ist uns das nicht egal” – Prof. Dr. Jörg Seiler ruft zum Widerstand gegen “Demagogie und faschistoide Denkweise” auf

Am 15. November – nur wenige Tage nach dem 30. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer – feierte die Katholisch-Theologische Fakultät zusammen mit dem Priesterseminar ihr Patronatsfest „Albertus Magnus“. In seinem Grußwort erinnerte der Dekan der Fakultät, Prof. Dr. Jörg Seiler, an „mutige und starke Menschen [die sich] in der Friedlichen Revolution […] in die europäische und Weltgeschichte eingeschrieben“ hatten. Im Kontext aktueller politischer Stimmungen rief er weiterhin zum Widerstand gegen “Demagogie und faschistoide Denkweise” auf. Den entsprechenden Auszug aus seinem Grußwort können Sie hier im Wortlaut nachlesen (inkl. Video).

Stolz, aber wachsam – “Theologie im Gespräch mit Politik” fragt nach dem Erbe der “Friedlichen Revolution”

Stolz, aber wachsam – “Theologie im Gespräch mit Politik” fragt nach dem Erbe der “Friedlichen Revolution”

Dreißig Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer stellte sich die Veranstaltungsreihe „Theologie im Gespräch mit Politik“, eine Kooperationsveranstaltung der Katholisch-Theologischen Fakultät und des Katholischen Forums im Land Thüringen, mit zwei Podiumsdiskussionen der Frage: Was bleibt von der Friedlichen Revolution? Was von den Gesprächen am 30. Oktober sowie 13. November bleibt ist ein Appell: Mehr Stolz, mehr Engagement, weniger Angst! Ein Rückblick.

Berater, statt Wächter: Prof. Dr. Josef Römelt über die Aufgabe Klinischer Ethikkomitees

Berater, statt Wächter: Prof. Dr. Josef Römelt über die Aufgabe Klinischer Ethikkomitees

Wer medizinische Fragen diskutiert kommt häufig nicht umhin sich auch mit Belangen der Moral und Ethik auseinanderzusetzen. Die Frage danach, was Ärztinnen und Ärzte dürfen – und was nicht – schürt dabei schnell Verunsicherung. Prof. Dr. Josef Römelt, Moraltheologe an der Universität Erfurt, berät als Mitglied verschiedener Klinischer Ethikkomitees die Krankenhäuser der Stadt Erfurt und ihr Personal in eben solchen Fällen. Für THEOLOGIE AKTUELL berichtet er von seiner Arbeit.

“Mein Herz ist mit Erfurt verbunden” – Tomáš Halík erhält Bundesverdienstkreuz

“Mein Herz ist mit Erfurt verbunden” – Tomáš Halík erhält Bundesverdienstkreuz

Dem tschechischen Theologen Prof. Dr. Tomáš Halík ist am 21. Oktober in der deutschen Botschaft in Prag das Bundesverdienstkreuz erster Klasse verliehen worden. Halík hatte 1978 in Erfurt die geheime Priesterweihe empfangen. Seit 2014 ist er außerdem Ehrendoktor der Universität Erfurt. Für “Theologie Aktuell” erinnert sich Prof. Dr. Michael Gabel an einen außergewöhnlichen Theologen sowie dessen Verbundenheit mit Erfurt.

Vereinigung der Arbeitsgemeinschaften für Katholische Theologie: Erklärung angesichts des Überfalls auf die Synagoge in Halle

Vereinigung der Arbeitsgemeinschaften für Katholische Theologie: Erklärung angesichts des Überfalls auf die Synagoge in Halle

Die Vereinigung der Arbeitsgemeinschaften für Katholische Theologie hat Stellung zum Überfall auf eine Synagoge in Halle am 9. Oktober bezogen. Professorinnen und Professoren der katholischen Theologie sehen sich demnach in der Verantwortung “antijüdische Denkmuster […] aufzudecken und zu widerlegen.” Die vollständige Erklärung der Vereinigung, der Prof. Dr. Norbert Clemens Baumgart als stellvertretender Vorsitzender angehört, lesen Sie hier.

“Viele sprachen vielleicht das erste Mal in ihrem Leben ein Vaterunser”: Die Bedeutung der Friedensgebete für die Friedliche Revolution 1989

“Viele sprachen vielleicht das erste Mal in ihrem Leben ein Vaterunser”: Die Bedeutung der Friedensgebete für die Friedliche Revolution 1989

Heute vor 30 Jahren gingen mehr als 70.000 Menschen in Leipzig auf die Straße, um gegen die SED-Diktatur im “Arbeiter-und-Bauern-Staat” zu protestieren. Die Geschichte der sogenannten „Montagsdemonstrationen“ ist dabei untrennbar mit den “Friedensgebeten” verbunden, die bereits seit den frühen 1980er-Jahren in der Leipziger Nikolaikirche stattfanden. Tausende Menschen nahmen an ihnen teil – viele davon keine Christinnen und Christen. Doch warum? Was sprach Menschen ohne jegliches religiöse Bekenntnis an dem Konzept der Friedensgebete an? Wie wurden sie gestaltet, um auch kirchenfernen Menschen die Teilhabe zu ermöglichen? Und welche Rolle haben damit die christlichen Kirchen in der Friedlichen Revolution insgesamt gespielt? Darüber schreibt Dr. Martin Fischer, Kirchenhistoriker an der Forschungsstelle für kirchliche Zeitgeschichte an der Universität Erfurt (FKZE), im folgenden Beitrag.