Kategorie: Theologische Schlaglichter auf Corona

Publikation: Themenheft “Theologische Schlaglichter auf Corona” erschienen

Publikation: Themenheft “Theologische Schlaglichter auf Corona” erschienen

Wie kann die Pandemie uns helfen, uns auf das ‘Wesentliche’ zu besinnen? Kann Corona ein Weckruf sein? Und kann der scheinbar sinnlosen Seuche doch ein Sinn gegeben werden? In zahlreichen Beiträgen haben sich Wissenschaftler*innen der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt der Corona-Pandemie aus theologischer Sicht genähert. Nun sind die Beiträge in einem Themenheft gesammelt erschienen.

Die Stunde Europas, die Stunde der Solidarität – Holger Zaborowski über die Pandemie als Prüfstein der europäischen Idee

Die Stunde Europas, die Stunde der Solidarität – Holger Zaborowski über die Pandemie als Prüfstein der europäischen Idee

“Die Gefahr ist groß, dass Europa vielleicht nicht an Corona, aber mit Corona stirbt”, meint Prof. Dr. Dr. Holger Zaborowski. Kritisch beäugt der Philosoph der Universität Erfurt das Verhalten Europas und seiner Mitgliedstaaten angesichts der Covid-19-Pandemie. Doch kann “diese Zeit der Krise auch die Stunde Europas sein”, sagt er – nämlich dann, wenn Europa aus dem Geist der Solidarität heraus neu gedacht wird.

Neue Podcastreihe “Lost in Corona” stellt sich den Fragen der Krise

Neue Podcastreihe “Lost in Corona” stellt sich den Fragen der Krise

Die Corona-Krise – sie ist mehr als eine Zahl von Neuinfektionen oder die Diskussion um Schutzmaßnahmen. In vielfacher Hinsicht wirft sie gesellschaftlich relevante Fragen auf und stellt uns vor wegweisende Entscheidungen für die Zukunft. Genau darüber diskutieren Expert*innen in der Reihe “Lost in Corona” im Podcast “Hörenswertes im Bistum Erfurt”, einer Kooperation der Katholisch-Theologischen Fakultät der Uni Erfurt und des Bistums Erfurt. Die erste Folge mit Prof. Dr. Dr. Holger Zaborowski, Professor für Philosophie an der Uni Erfurt, zum Thema “Recht und Ethik” ist heute erschienen.

“Vertrauen lässt sich nicht verordnen” – Holger Zaborowski über verlorenes Vertrauen in die Politik

“Vertrauen lässt sich nicht verordnen” – Holger Zaborowski über verlorenes Vertrauen in die Politik

In Krisenzeiten ist es wichtiger denn je einander vertrauen zu können, befindet Prof. Dr. Dr. Holger Zaborowski. Doch gerade das Vertrauen in die Politik hat zuletzt für viele Menschen Schaden genommen. Daraus entsteht eine Gefahr für die Demokratie, urteilte der Philosoph der Universität Erfurt kürzlich auf dem Blog der christlichen Guardini Stiftung.

Sind Virologen die neuen Propheten? – Thomas Johann Bauer und Anne Rademacher über biblische Perspektiven auf die Pandemie

Sind Virologen die neuen Propheten? – Thomas Johann Bauer und Anne Rademacher über biblische Perspektiven auf die Pandemie

Selten hing die Öffentlichkeit so an den Lippen der Wissenschaft wie in den Tagen von Corona. Virologen werden nicht einfach zu Shooting Stars, sondern regelrecht zu neuen Propheten stilisiert, befinden der Neutestamentler Prof. Dr. Dr. Thomas Johann Bauer und Dr. Anne Rademacher, Leiterin des Seelsorgeamtes im Bistum Erfurt. Im Podcast „Hörenswertes im Bistum Erfurt“ beleuchten sie die Entwicklungen rund um das Virus aus der Perspektive der Bibel und des Neuen Testamentes.

Kirche nicht als “Vereinskultur” begreifen: Maria Widl und Matthias Kugler über Seelsorge in Zeiten der Pandemie

Kirche nicht als “Vereinskultur” begreifen: Maria Widl und Matthias Kugler über Seelsorge in Zeiten der Pandemie

Seit vielen Wochen müssen Gläubige nun schon auf kirchliche und pastorale Angebote verzichten. Was kann es da bedeuten, wenn Menschen auch langfristig erkennen, dass ein Leben ganz ohne Kirche möglich ist – genauso wie etwa ohne den Sport- oder Freizeitverein? Für die Pastoraltheologin Prof. Dr. Maria Widl zeigt sich in dieser Frage eine Gratwanderung im Verständnis von Kirche: Sie darf bei aller Relevanz des Gemeinschaftswesens nicht als “Vereinskultur” begriffen werden. Über pastorale Angebote in Zeiten der Pandemie sprachen sie und Matthias Kugler, Diakon in Saalfeld/Rudolstadt, im Podcast “Hörenswertes im Bistum Erfurt”.

Liturgien für den Alltag: Benedikt Kranemann und Marcellus Klaus über “Eucharistie-Druck” und neue Formen des Gottesdienstes

Liturgien für den Alltag: Benedikt Kranemann und Marcellus Klaus über “Eucharistie-Druck” und neue Formen des Gottesdienstes

Wenn die Kirchen geschlossen bleiben, wissen viele Menschen nicht, wie sie ihren Glauben für sich daheim leben sollen, beobachten der Erfurter Liturgiewissenschaftler Prof. Dr. Benedikt Kranemann und Marcellus Klaus, Pfarrer der Erfurter Innenstadtpfarrei St. Laurentius. Grund dafür sei nicht zuletzt, dass sich Kirche und Theologie in ihrer liturgischen Praxis stark auf die Eucharistie konzentrierten. Dabei müssten Christinnen und Christen wieder lernen, auch jenseits des gemeindlichen Gottesdienstes ihren Glauben zu leben, sagten die beiden im Podcast “Hörenswertes im Bistum Erfurt”.

“Verbaut, statt eröffnet?” – Dominique-Marcel Kosack über Perspektiven zur Wiederaufnahme der Gottesdienste

“Verbaut, statt eröffnet?” – Dominique-Marcel Kosack über Perspektiven zur Wiederaufnahme der Gottesdienste

Seit heute dürfen in Thüringen wieder Gottesdienste stattfinden. Für viele ist dies ein erster Schritt zurück in Richtung Alltag. Dominique-Marcel Kosack, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Dogmatik an der Uni Erfurt, sieht hierbei jedoch gewisse Probleme, denn: Wie wird entschieden, wer an den stark begrenzten Feiern teilnehmen darf und wer nicht? “Es kann sein, dass sich nun mehr Menschen ausgeschlossen fühlen”, urteilt er und fordert Gottesdienstformen, “die unter den aktuellen Bedingungen das gemeinsame Gotteslob und die Glaubensverkündigung angemessen ermöglichen” können.

Corona als eine auferlegte Fastenzeit – Maria Widl darüber, wie Covid-19 uns helfen kann, uns auf “das Wesentliche” zu besinnen

Corona als eine auferlegte Fastenzeit – Maria Widl darüber, wie Covid-19 uns helfen kann, uns auf “das Wesentliche” zu besinnen

Christ*innen auf der ganzen Welt begehen die 40 Tage vor dem Osterfest als Fastenzeit. Der Verzicht soll Gläubigen dabei helfen, sich wieder auf das Wesentliche im Leben zu besinnen. Doch infolge der Coronakrise erlebt derzeit die gesamte Welt eine “auferlegte Fastenzeit”, befindet die Erfurter Pastoraltheologin Prof. Dr. Maria Widl. Fasten von sozialen Beziehungen, von gesellschaftlichen Vergnügungen, vom Konsum und von als selbstverständlich begriffenen Freiheiten. In der Erfahrung eben dieser Entbehrungen sieht die Theologin die Chance darauf, dass Diskurse über “das Wesentliche” in unserer modernen Gesellschaft – über Klima, Migration, Demokratie und Digitalisierung – wieder an Bedeutung gewinnen könnten.

“Corona kann ein Weckruf sein” – Jakob Drobnik sieht Chancen auf einen gesellschaftlichen Wandel nach Covid-19

“Corona kann ein Weckruf sein” – Jakob Drobnik sieht Chancen auf einen gesellschaftlichen Wandel nach Covid-19

Corona als Chance für unsere Gesellschaft – für ein solches Verständnis der Krise plädiert der christliche Sozialethiker Dr. Jakob Drobnik. Die notwendige Isolation des Einzelnen bringe nur umso stärker zum Ausdruck, wie sehr der Mensch auf das Gemeinwesen und die soziale Interaktion angewiesen ist. “Die Erfahrung von Einsamkeit, Hilflosigkeit und wirtschaftlicher Ungewissheit, sollten für ein mehr-füreinander und mehr-miteinander genutzt werden, um als stärkere Gesellschaft aus der Krise zu kommen”, plädiert er. Und: Die mittlerweile globale Corona-Krise offenbare, dass – fernab jeder Grenze – wir doch alle gleich sind.