Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

Dialogfähigkeit sowie Inter– und Transdisziplinarität sind dieser Tage allerorten wichtige Schlagworte. Besonders häufig fallen sie, wenn es um die Zukunft der katholischen Theologie als Wissenschaft geht. Kein Wunder: Als Wissenschaft ist die Theologie in der Heiligen Schrift ebenso wie einer lebendigen Tradition verwurzelt. Diese Tradition gilt es unter den Vorzeichen einer sich wandelnden Gesellschaft zu bewahren, sie gleichsam aber auch wo nötig zu reformieren und somit an die veränderten Bedürfnisse der Menschen und des Glaubens anzupassen.

Papst Franziskus selbst spricht in seinem Apostolischen Schreiben “Veritatis gaudium” von einem “radikalen Paradigmenwechsel” unserer Zeit, der eine “mutige kulturelle Revolution” im Bildungs- und Wissenschaftsbereich notwendig mache. Er fordert eine “Kirche im Aufbruch” und damit verbunden einen “Dialog auf allen Gebieten”, wobei er erklärt: “Der Theologe, der sich an seinem vollständigen und abgeschlossenen Denken ergötzt, ist mittelmäßig. Der gute Theologe und Philosoph hat ein offenes Denken, das heißt, es ist nicht abgeschlossen, immer offen […], immer in Entwicklung inbegriffen […].” Gelingen kann diese Entwicklung jedoch nur, wenn die Theologie kritik- und dialogfähig bleibt, wenn sie sich den großen Fragen und Problemen der Zeit stellt und einen Beitrag zu dessen Überwindung leistet. Genau das ist die Zielsetzung dieses Blogs.

THEOLOGIE AKTUELL will mitreden und reflektieren, aber auch zuhören und verstehen. Als offizieller Blog der Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Erfurt, will sich die Fakultät ihre Sprachfähigkeit erhalten und sich in den aktiven Dialog mit einer pluralen Gesellschaft setzen, zu der neben Fachleuten auch Laien ebenso wie Angehörige anderer Glaubensgemeinschaften oder Menschen, frei von jeglichem Glaubensbekenntnis, gehören.

Theologie transparent zu machen – verständlich und nachvollziehbar – ist uns daher ein besonderes Anliegen. THEOLOGIE AKTUELL möchte ein Publikum jenseits der Hörsäle, der Tagungs- und Konferenzräume ansprechen. Wir möchten Theologie als eine Wissenschaft kommunizieren, die nicht nur von, sondern für Menschen gemacht wird – eine Wissenschaft, die bewusst an Grenzen angeht, Probleme identifiziert und diese in Zusammenarbeit mit anderen gemeinschaftlich löst.

Wir laden Sie daher ein zu lesen, zu diskutieren und uns teilhaben zu lassen an den Fragen und Themen, die Sie bewegen – für eine lebendige und gelebte Wissenschaft.

Ihr Team vom Projekt “Wissenstransfer”
Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Erfurt