Schlagwort: Friedliche Revolution

“Viele sprachen vielleicht das erste Mal in ihrem Leben ein Vaterunser”: Die Bedeutung der Friedensgebete für die Friedliche Revolution 1989

“Viele sprachen vielleicht das erste Mal in ihrem Leben ein Vaterunser”: Die Bedeutung der Friedensgebete für die Friedliche Revolution 1989

Heute vor 30 Jahren gingen mehr als 70.000 Menschen in Leipzig auf die Straße, um gegen die SED-Diktatur im “Arbeiter-und-Bauern-Staat” zu protestieren. Die Geschichte der sogenannten „Montagsdemonstrationen“ ist dabei untrennbar mit den “Friedensgebeten” verbunden, die bereits seit den frühen 1980er-Jahren in der Leipziger Nikolaikirche stattfanden. Tausende Menschen nahmen an ihnen teil – viele davon keine Christinnen und Christen. Doch warum? Was sprach Menschen ohne jegliches religiöse Bekenntnis an dem Konzept der Friedensgebete an? Wie wurden sie gestaltet, um auch kirchenfernen Menschen die Teilhabe zu ermöglichen? Und welche Rolle haben damit die christlichen Kirchen in der Friedlichen Revolution insgesamt gespielt? Darüber schreibt Dr. Martin Fischer, Kirchenhistoriker an der Forschungsstelle für kirchliche Zeitgeschichte an der Universität Erfurt (FKZE), im folgenden Beitrag.