Kirchliche Innovation oder Rückschritt in neuem Gewand?

Kirchliche Innovation oder Rückschritt in neuem Gewand?

Hip, modern, laut – mit der MEHR-Konferenz zeigt das Augsburger Gebetshaus, dass Kirche im 21. Jahrhundert nicht mehr nur zwischen Altar und harten Kirchenbänke stattfindet. Doch die populäre Großveranstaltung steht vielfach in der Kritik. Auch Dominique-Marcel Kosack, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Dogmatik an der Uni Erfurt, meint: “Die Antwort auf einen Bedeutungsverlust der Kirchen kann nicht sein, den vielfältigen gesellschaftlichen Entwicklungen eine eindeutige, emotional aufgeladene ‘wahre Lehre’ entgegenzustellen.” Und doch: “Ob die überkonfessionellen charismatischen Impulse auf lange Sicht nicht doch revolutionärer sind und eine unerwartete religiöse Pluralität mit sich bringen, steht auf einem anderen Blatt.” Über kirchliches Erneuerungspotential, die vermeintliche Angst einer Weltkirche vor Innovationen und die Verantwortung der Theologie in solchen Veränderungsprozessen, sprach mit ihm “Theologie Aktuell”.

“Die Chance, dass Menschen heute gehört werden, ist sehr viel besser” – Prof. Dr. Myriam Wijlens sieht Fortschritte im Umgang mit Missbrauchsfällen

“Die Chance, dass Menschen heute gehört werden, ist sehr viel besser” – Prof. Dr. Myriam Wijlens sieht Fortschritte im Umgang mit Missbrauchsfällen

Die katholische Kirche habe im Umgang mit Missbrauchsfällen große Fortschritte gemacht, befindet die Erfurter Kirchenrechtlerin Prof. Dr. Myriam Wijlens. Grund dafür sei ein innerkirchlich gewachsenes Bewusstsein für das Problem sowie eine größere Bereitschaft der Opfer, Übergriffe zur Anzeige zu bringen. Im Interview mit vaticannews.de erklärt sie: “Das Recht der Kinder, in einer sicheren Umgebung aufzuwachsen, wird von mehr Menschen wahrgenommen.”

Auftakt einer kirchengeschichtlichen Kooperation zwischen Bochum und Erfurt

Auftakt einer kirchengeschichtlichen Kooperation zwischen Bochum und Erfurt

Die Professuren für Kirchengeschichte an den Universitäten Bochum und Erfurt streben eine engere Zusammenarbeit unter Kirchenhistoriker*innen aus Thüringen und Nordrhein-Westfalen an. Zu diesem Zweck luden die Professuren vom 16.-17. Januar erstmals zu einem gemeinsamen Oberseminar nach Bochum ein, um über aktuelle Forschungsprojekte ins Gespräch zu kommen. Aus dem Seminar berichten für “Theologie Aktuell” Nils Hoffmann und Ringo Müller, wissenschaftliche Mitarbeiter an der Professur für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit an der Uni Erfurt. Das nächste gemeinsame Oberseminar wird vom 25.-26. Juni stattfinden.

Dominique-Marcel Kosack beim Erfurter Science Slam 2019: Im falschen Film?

Dominique-Marcel Kosack beim Erfurter Science Slam 2019: Im falschen Film?

Wie hat sich der typische Verlauf heutiger Biografien gegenüber früheren Generationen verändert und welche Auswirkung hat das auf Religion – und was hat das alles eigentlich mit “Game of Thrones” zu tun? Dieser Frage ging Dominique-Marcel Kosack, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Dogmatik an der Uni Erfurt, beim Erfurter Science Slam am 20. November 2019 nach. Seinen Beitrag unter dem Titel “Im falschen Film?” gibt es ab sofort zum Nachschauen online.

Synodaler Weg: “Kein System heilt sich von selbst” – Prof. Dr. Julia Knop über kirchliche Autorität und die erste Synodalvollversammlung

Synodaler Weg: “Kein System heilt sich von selbst” – Prof. Dr. Julia Knop über kirchliche Autorität und die erste Synodalvollversammlung

Bereits die erste Vollversammlung des Synodalen Weges habe “eine Erfahrung von Partizipation ermöglicht”, urteilt Prof. Dr. Julia Knop. Gemeint ist damit allem voran die Teilhabe “ganz normaler Gläubiger” am kirchlichen Diskurs sowie die Berücksichtigung von Expert*innenmeinungen – auch aus Reihen jenseits des Klerikerstandes. Ihre Stimmen sollen in einer Reform der katholischen Kirche künftig mehr Gehör finden. Die Synodalversammlung, die vom 30. Januar bis 1. Februar erstmals in Frankfurt am Main zusammenfand, habe die “formale Reduktion kirchlicher Autorität auf Amtsträger […] eines Besseren belehrt”, so Knop. Für THEOLOGIE AKTUELL erörtert die Dogmatikerin der Uni Erfurt, die selbst am Synodalen Weg beteiligt ist, Struktur und Ablauf der ersten Versammlung und resümiert über aktuelle Stimmungsbilder unter Klerikern sowie Katholikinnen und Katholiken.

Podcast: “Liturgie und Macht”

Podcast: “Liturgie und Macht”

Begünstigen bestimmte Elemente des Gottesdienstes den Machtmissbrauch in der katholischen Kirche? Prof. Dr. Benedikt Kranemann sieht den Zusammenhang von Machtmissbrauch und Klerikalismus durchaus kritisch. Inwieweit die Liturgie von Machtverhältnissen durchdrungen ist und wo sich im Gottesdienst Gegenakzente setzen lassen – darüber sprach der Liturgiewissenschaftler kürzlich bei einem Vortrag in Erfurt. Seine Überlegungen gibt es zum Nachhören im Podcast “Hörenswertes im Bistum Erfurt”.

Podcast: “‘Gemeinsam am Tisch des Herrn’ – Eine neue Perspektive für die Ökumene”

Podcast: “‘Gemeinsam am Tisch des Herrn’ – Eine neue Perspektive für die Ökumene”

Die Trennung von Katholik*innen und Protestant*innen bei der Abendmahls- bzw. Eucharistiefeier gilt als eine der großen Herausforderungen der Ökumene. Mit seinem Votum “Gemeinsam am Tisch des Herrn” fordert der “Ökumenische Arbeitskreis evangelischer und katholischer Theologen (ÖAK)” eine wechselseitige Öffnung der Mahlfeiern. Prof. Dr. Dorothea Sattler, Mitautorin des Papiers, präsentierte das Votum am 8. Januar im Rahmen einer Gastvorlesung in Erfurt. Ihren Vortrag sowie die anschließende Podiumsdiskussion – unter anderem mit dem Magdeburger Bischof und Ökumenebeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz Gerhard Feige – gibt es zum Nachhören ab sofort im Podcast “Hörenswertes im Bistum Erfurt”.

Über die rituelle Inszenierung heiliger Zeiten und Orte in Synagogen und Kirchen

Über die rituelle Inszenierung heiliger Zeiten und Orte in Synagogen und Kirchen

Prof. Dr. Peter Ebenbauer ist im Wintersemester 2019/20 als Fellow am Theologischen Forschungskolleg der Universität Erfurt zu Gast. Mit seinem Forschungsprojekt “Die rituelle Transformation von Zeit und Raum im synagogalen Gottesdienst. Konzepte und praktische Umsetzungen im Vergleich zu christlicher Liturgie” ist er zugleich auch Fellow im Research Centre “Dynamik ritueller Praktiken im Judentum in pluralistischen Kontexten von der Antike bis zur Gegenwart”. Für “Theologie Aktuell” erklärt der Grazer Liturgiewissenschaftler, der vom 2. bis 22. Februar in Erfurt zugegen sein wird, worum sich seine Forschung dreht und welche Anknüpfungspunkte er hier zu finden hofft.

“Man wird sich über die institutionelle Gestalt der Theologie verstärkt Gedanken machen müssen”

“Man wird sich über die institutionelle Gestalt der Theologie verstärkt Gedanken machen müssen”

“Das Verhältnis zur Kirche, das für die Theologie immer präsent ist, wird sich weiter verändern”, prophezeit Prof. Dr. Benedikt Kranemann. Sie solle durchaus kirchenbezogen arbeiten, sich dadurch aber nicht konfessionell einengen lassen. THEOLOGIE AKTUELL sprach mit dem Liturgiewissenschaftler, der am 13. Dezember 2019 seinen 60. Geburtstag feierte, über die Entwicklung der Theologie in den vergangenen 40 Jahren sowie über anstehende Herausforderungen. Zu einem Festakt anlässlich des Geburtstages von Prof. Kranemann laden die Mitarbeiter der Professur für Liturgiewissenschaft an der Universität Erfurt am 17. Januar ein.

“Gemeinsam am Tisch des Herrn” – Welche Perspektiven gibt es für die konfessionelle Versöhnung zwischen Christen?

“Gemeinsam am Tisch des Herrn” – Welche Perspektiven gibt es für die konfessionelle Versöhnung zwischen Christen?

Die Erfurter Dogmatikerin, Prof. Dr. Julia Knop, hält ökumenische Gemeinden für eine “attraktive Zukunftsvision”. In Minderheitssituationen sowie im Zuge zunehmender Säkularität könnten die Kirchen nur dann überzeugen, wenn sie gemeinsam für den christlichen Glauben eintreten, erklärte sie im Interview mit Domradio.de.